Sie sind hier: Start-> Geschichte Trudering-Riem (Stand: 24.03.2023)
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[Historische Bilder] [Virtueller historischer Spaziergang durch Waldtrudering] (extern)

Kleine Geschichte von Trudering-Riem

Trudering und Riem, die heute mit der Messestadt den 15.Stadtbezirk Münchens bilden, waren über Jahrhunderte eigenständige Dörfer.

Trudering - das Doppeldorf

Urkunde 772 n Chr Trudering) Das ehemalige Bauerndorf Trudering - das lange Zeit ein Doppeldorf Kirchtruderung und Straßtrudering war - kann auf eine über 1240-jährige Geschichte zurückblicken. Erstmals urkundlich erwähnt ist Trudering im Jahre 772 als "Truhtheringa" in der Hiltuprandtschen Schenkungsurkunde (Bild links).

Der Name Trudering wird von Truchtaro abgeleitet, der sich als germanischer Einwanderer in die ehemals römische Provinz um etwa 500 n.Chr. in Trudering als Bauer niederlässt.

Wie archäologische Bodenfunde beim Bau des Flughafens 1937 und später zeigen, war Trudering aber schon in der Hallstattzeit (700-400 v.Chr.) besiedelt. Grund hierfür dürfte der gut nutzbare Wasserreichtum an dieser Stelle gewesen sein. Gleichwohl war Trudering immer wieder durch Pest- und Kriegseinwirkungen stark gefährdet.

Die Geschichte der Dörfer Trudering und Riem war seit jeher eng verknüpft mit ihrer Lage an wichtigen Verkehrswegen im Kraftfeld der Stadt München.

Mit der Münchner Geschichte ist Trudering von Anbeginn stark verbunden, da durch die Zerstörung der Oberföhringer Isarbrücke durch den Welfen-Herzog Heinrich der Löwe die wichtige Salzstraße von Wasserburg bzw. Reichenhall/Salzburg über die neu erbaute Vorgängerin der heutigen Ludwigs-Brücke und damit über Truderinger Gebiet führte (Augsburger Schied 1158). Dies wiederum führte zusammen mit den Grundbesitzverhältnissen zur Ausbildung eines Doppeldorfes: Kirchtrudering, das zum Bistum Freising gehörte, während Straßtrudering (mit der Pferde-Relaisstation) unter weltlicher Oberhoheit stand.

Das zweite bedeutende Ereignis im mittelalterlichen Trudering war die zwischen 1080 und 1090 erfolgte Schenkung eines großen Teils der noch in adeligem Besitz verbliebenen Ländereien an die Ortskirche. Die (nur in Drittschrift von 1688 erhaltene) Urkunde nennt als Schenkerin die legendäre Frau Uta, die vermutlich in Rott am Inn residiert hat.

Im 16. und 17.Jahrhundert bringen Katastrophen, Pestepedemien und der 30jährige Krieg Trudering mehrmals an den Rand des gänzlichen Zusammenbruchs.

Im Sog der Großstadt

Seit 1870 liegt Trudering an der West-Süd/Ost-Bahn-Magistrale München - Rosenheim - Wien/Verona, was ab 1900 auch zu einer wesentlichen Verkehrsverbesserung im Nahverkehr sorgte. Gleichzeitig verstärkte und konservierte die neue Bahntrasse die Trennung zwischen Kirch- und Straßtrudering bis heute.

Alte Weinpresse Eduard Neuner in Trudering

Die gute Bahn-Verbindung zu den oberitalienischen und Südtiroler Weinangebieten führt 1895 zum Bau des einzigen alten Industriegebäudes in Trudering, einer Weinkelterei der Fa. Eduard Neuner, das heute (Bild rechts) als "Alte Weinpresse" bekannt ist.

Die gute Bahn-Verbindung bestimmte aber auch Truderings Weg zum Münchner Vorort. Etwa ab 1890 kam es zu einem verstärkten Nahausflugs- und Wochenendtourismus von Haidhausern und Münchnern, der quasi von selbst in das Entstehen der östlichen Zweigsiedlung Waldtrudering mündete. Vorher war schon die südliche Zweigsiedlung Michaeliburg entstanden.

Der Münchner Metzgermeister Sebastian Neumeyer tauft in der Gaststätte "Phantasie" nach der Verbriefung des von ihm erworbenen Grundes in der Gemeinde Trudering mit einigen Freunden die Kolonie Waldtrudering und gründet einen Obst- und Bienenzuchtverein Waldtrudering.

1917 / 1919: Gründung der Gartenstadt Trudering und Neutruderings

Gründungs-Denkmal Gartenstadt Trudering

Im Not-Jahr 1917 ("Dotschn-Jahr") gab es eine besondere Siedlungswelle aus München heraus ins Umland. Bemerkenswert ist, dass der Münchner Stadtrat seinerzeit den Wegzug dieser ärmeren Bevölkerungsschichten aus den überfüllten Vorstadtvierteln Au und Haidhausen förderte, um die Eigenversorgung dieser ehedem städtischen Bevölkerungskreise sicherzustellen. In Trudering wurden unter der Regie Bauunternehmers und Immobilienmaklers Mathias Grundler (1874 - 1932) Truderinger Weideland und Waldparzellen aufgeteilt, Am Ostermontag 1917 (und später) fanden im Rahmen einer großen Auktion direkt auf dem Gelände viele Münchner Arbeiterfamilien in der Gemeinde Trudering ihre neue Heimat: die Gartenstadt Trudering entstand.

Zwei Jahre später - 1919 - kam es zur Gründung des Ortsteils Neu-Trudering. Hier war die "Terrain- und Baugenossenschaft München-Ost" die treibende Kraft.

Zur Rolle von Mathias Grundler ist in der Festschrift "Geschichte Waldperlachs" zu lesen: "Der Münchner Immobilienmakler Matthias Grundler hat um 1910 systematisch mit der Erschließung eines großen Waldgebietes im Münchner Osten begonnen. Ganz im Sinne der Reformbewegung vom Anfang des 20. Jahrhunderts pries er das Waldgebiet als zukünftige Gartenstadt unter dem Motto an: „Kehre zurück zur Natur! Im Wald sollst Du Ruhe finden!" Münchner kauften sich Grundstücke, schufen sich Gärten, wurden schnell sesshaft, und ab 1911 bildeten sich im heutigen Bereich Neubiberg und Waldperlach wilde "Garten-Kolonien" (Quelle)."

Lesen Sie [hier]
mehr zum Thema Gartenstadt-Denkmal.

In der Weltwirtschaftskrise ab 1929 führte aber genau dieser Bevölkerungszuwachs die überforderte Gemeinde Trudering in eine tiefe Krise. Diese führte letztlich zur Eingemeindung nach München am 1. April 1932.

1932

Zu den Motiven der Stadt München, der Eingemeindung der armen Gemeinde Trudering zuzustimmen, gehörten der enorme Zuwachs an freien Arealen (Baulandbevorratung), der auch die Realisierung lang geplanter Straßenprojekte erleichterte. Der Stadtrat Thomas Wimmer (SPD) befürwortete in Erinnerung an die 1917er Siedlungsbewegung die Einverleibung Truderings so "Das ist Fleisch von unserem Fleisch".

Pikant ist immer noch, dass die im Ortsteil Waldtrudering lebenden Bürger die Gemeinde Haar bevorzugt hätten, aber bei dieser auf keine Gegenliebe stießen. Kurz vor der Eingemeindung - 1930 - hatte Waldtrudering seine erste Schule bekommen, die Waldschule (heute Kindergarten). Sie war jedoch schon bald zu klein und wurde bereits 1938 durch die Schule an der Turnerstraße ersetzt. Zur selben Zeit musste auch in Straßtrudering durch den Bau der Forellen-Schule dem Bevölkerungszuwachs Rechnung getragen werden.

1933 / 1945

Etliche prominente Nazis der ersten Stunde wie Heinrich Himmler und Hermann Esser wohnten zumindest zeitweise in Trudering.

Der Nazi-Diktatur fielen auch in Trudering jüdische Bürger zum Opfer, z.B. Elisabeth Baerlein und Ilse von Twardowski. Die Stadt München hat im Jahr 2013 neue Straßen und Plätze nach ihnen benannt.

Ein am 21.3.2019 errichtetes Erinnerungszeichen in Höhe der Friedenspromenade 40 erinnert an die sieben Mitglieder der Familie Schneck, die hier wohnten und 1943 Opfer der Verfolgung von Sinti und Roma wurden (-> www.muenchen.de/Erinnerungszeichen.

Durch den Bau des Flughafens Riem kam Riem 1937 zu München.

Im Zweiten Weltkrieg war insbesondere Kirch-Trudering durch die verkehrliche Lage oft Neben-Ziel von Bombenangriffen. Der 13. Juni 1944 war ein schwarzer Tag: Eine Luftmine zerstörte das Pfarrhaus von St.Peter und Paul, 29 Menschen - darunter viele Kinder aus dem Kindergarten - kamen ums Leben. Noch mehr Todesopfer (54) forderte kurz darauf ein Tieffliegerangriff auf einen Personenzug zwischen Gronsdorf und Haar.

1950

Die ersten Jahre der Nachkriegszeit waren geprägt durch die Ansiedlung vieler Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, insbesondere aus der Batschka.

1972

1200 Jahre Trudering

Das Jahr 1972 ist ein Meilenstein in der Geschichte Truderings. Die 1200-Jahr-Feier war der Anlass für ein bis heute andauerndes Aufleben bürgerschaftlichen Lebens: neugegründete Vereine wie der Truderinger Buam Festring, der Truderinger Trachtenverein, die Original Truderinger Böllerschützen und der Truderinger Musikverein sind Kinder dieser Aufbruchstimmung, aber auch die Siedlervereinsbewegung gewann durch Gründung neuer Vereine und der ARGE neuen Aufschwung.

Die 100seitige Festschrift und vor allem die sehr umfangreiche und aufwändig recherchierte Truderinger Chronik von Josef Brückl (1922 - 1987) sind wertvolle schriftliche Zeugen dieser Zeit (Details).

1995

Einen großen Zuwachs für Trudering hat auch das Siedlungsprojekt "Friedenspromenade" mit sich gebracht. Es wurde münchenweit dadurch bekannt, dass über den Umfang und Art der Bebauung erstmals 1996 per Bürgerentscheid entschieden wurde.

1999

Am 29. Mai 1999 ist es - endlich - soweit: Trudering und die Messestadt werden erstmals an das Münchner U-Bahnsystem angeschlossen. Seither heisst die Endstation der U2 "Messestadt Ost". Die U-Bahnlinie wird schnell zum Publikumsrenner. Früher als geplant wird in den Hauptverkehrszeiten ein 5-Minutentakt eingeführt Insbesondere zu BAUMA-Zeiten muss die U2 im 3-Minutentakt Höchstleistungen vollbringen.

2000

Titelblatt Am 21.11.2000 war es erstmals soweit: Das neue Stadtteilbuch über Trudering-Riem wird vor 210 begeisterten Gästen im Gasthof Obermaier der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Reaktionen der Öffentlichkeit waren überaus positiv (Beispiele ). Es ist im renommierten Münchner Buchendorfer Verlag erschienen (ISBN: 393403635X).

Leider war das Buch bereits Ende 2001 vergriffen. 2003 war dann die buchlose Zeit zu Ende. Der Münchner Volk-Verlag (...mehr) hat nach dem Ende des Buchendorfer Verlags das Projekt übernommen und brachte 2003 eine zweite, nur leicht erweiterte Auflage auf den Markt.

2005

Als vermutlich letztes großes Siedlungsvorhaben in Trudering außerhalb der Messestadt gilt das Projekt "Bajuwarenpark", das ab 2005 realisiert wurde und etwa 1100 neue Wohneinheiten umfasst.

Bundesweit wird unser Stadtbezirk durch die Buga'05 bekannt.

Am 18.03.2005 wurde das lang ersehnte Kulturzentrum Trudering feierlich eröffnet.

2006

Am 10. Sept. 2006 findet eine Eucharistiefeier mit Papst Benedikt XVI. in Riem statt (...mehr)

2013

Am 13. Sept. 2013 wird das Gymnasium Trudering eröffnet (...mehr)


Riem

Mit dem Namen des Bezirksteils Riem sind die Galopp-Rennbahn (1895-1897 erbaut) und der ehemalige Verkehrsflughafen, der 1992 in das Erdinger Moos verlegt wurde, eng verbunden.

Dabei kann auch Riem auf eine über 1200jährige Geschichte zurückblicken: die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 788. Seit 1158 führte die Salzstraße Reichenhall-Augsburg über Riem und brachte 5000 Fuhrwerke jährlich.

St.Martin Riem 2004 Die St.Martins-Kirche (Bild links) wurde 1183 in Stein errichtet. Während des 30jährigen Krieges wurde Riem mehrfach von plündernden Schweden heimgesucht und litt auch unter der schwarzen Pest. 1644 errichtet Thurn und Taxis eine Post- und Relaisstation, 1881 erhält Riem ein eigenes Schulhaus durch die Gemeinde Dornach.

1937 erfolgt wegen des Flughafenbaus die Umgemeindung nach München, 1975 wird die S-Bahnstation Riem errichtet.

Seit 1978 lebt die Maibaum-Tradition in Riem wieder auf.

Mit der Verlegung des Flughafens 1992 hat auch der Ortsteil Riem nach 55jähriger Einengung und Behinderung wieder eine Chance auf Weiterentwicklung bekommen, die bereits kräftig im Gange ist. Allerdings hält die städtische Infrastruktur damit nicht Schritt. Ziel des Bezirksausschusses ist es daher, dass auch in Riem wieder eine Grundschule entsteht.

2006 hat das renommierte Luise-Kiesselbach-Heim an seinem neuen Standort südlich des S-Bahnhofes Riem seine Pforten geöffnet (...mehr).

Berühmte Riemer

Nach dem verheerenden 30jährigen Krieg war das uralte Benediktinerkloster Weihenstephan völlig zerstört - auch die Klosterbrauerei. Da entstand dem Kloster im neuen Abt Georg Marschall (OSB) eine organisatorisch genial begabte Persönlichkeit, der vom "Alten Wirt" in Riem abstammte und das Kloster ab 1649 wieder zu voller Blüte führte.

Ein anderer berühmter Riemer ist der Bayer.Ministerpräsident a.D. Wilhelm Hoegner, der am 13.07.1887 in Riem als Sohn des kgl.-bay. Bahnhofsvorstandes Georg Hoegner und seiner Frau geboren wurde. Sein Elternhaus, die "Hoegner Villa" wurde 1936 - beim Haupteingang zum neuen Flughafen stehend - abgerissen.


Messestadt Riem

(C) MRG GmbH

Im Riemer Rampenlicht steht freilich die Messestadt Riem: Auf dem 556 Hektar großen Gelände des ehemaligen Flughafens ist ein neuer Stadtteil im Entstehen, die Messestadt Riem. Das Messezentrum im Norden des Areals ist seit 1998 in Betrieb.

Seit 29. Mai 1999 erschließt die Linie U2 mit zwei Stationen das ganze Gelände, nachdem ein spektakulärer Tunneleinbruch am 20.9.1994 nicht nur drei Menschenleben forderte, sondern auch den U-Bahnbau um eineinhalb Jahre verzögerte und über 30 Mio. Euro Mehrkosten verursachte. Allerdings zeigte der anschließende Strafprozess, dass es zwar viele Fehler, aber keinen eindeutig Schuldigen für dieses Unglück gab. An der Westseite der Busplatte erinnert seit 2004 ein Mahnmal an das Unglück.

Die Planungen für die Messestadt sahen ursprünglich den Bau von 6.500 Wohnungen für ca. 16.000 Einwohner und die Erschließung von Gewerbeflächen für ca. 13.000 Arbeitsplätze vor.

BUGA'05

Bemerkenswert ist der großzügige Landschaftspark im Süden ("Riemer Park"), der im Osten durch einen Rodelhügel und einen Badesee abgeschlossen wird. Vom 28. April bis 9. Oktober 2005 fand auf diesem Areal die BUGA'05 statt (...mehr). Diese städtebauliche Konzeption erforderte es, die Messestadt nur im Norden an das Straßennetz der Stadt München anzuschließen. Dadurch bleiben die Straßen innerhalb der Messestadt-Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr weitgehend verschont. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Belastung durch Verkehrslärm.

Im Jahre 2004 wurden die Riem Arcaden eröffnet, das Kirchenzentrum wurde am 4.Mai 2004 eingeweiht.

Die Messestadt hat Ende 2014 mehr als 12.000 Einwohner.

Für die Messestadt Riem gibt es seit 2000 eigene Homepages, darunter www.messestadt-riem.de, von wo aus die anderen Seiten erreicht werden können.

Alle öffentlichen Bau-Maßnahmen in der Messestadt werden nicht - wie üblich - vom Baureferat der Landeshauptstadt München, sondern von der Maßnahmeträger Riem GmbH (MRG) durchgeführt.

Das Projekt Messestadt soll nun erst ca. 2018 abgeschlossen sein. Trudering-Riem dürfte dann nahezu 75.000 Einwohner haben. Ein weiter Weg seit der ersten urkundlichen Erwähnung.


Wappen

Truderinger Wappen

Maibaum-Wappen Karl Bacmair 1977

Es gibt - leider - kein offizielles Truderinger Wappen. 1938 wurde ein Entwurf vom Stadtarchiv vorgelegt (Bild rechts aus dem Buch "Von Allach zum Zamilapark", entdeckt von Norbert Miehle), der jedoch nie offiziell gültig wurde - schade. Er symbolisiert mit den drei Pflugscharen die bäuerliche Vergangenheit Truderings.

Der Truderinger Architekt Karl Bachmair schuf für den Truderinger Maibaum 1977 ein inoffizielles, erweitertes Truderinger Wappen, in das das Pflugscharenmotiv einging, aber auch Anklänge an das Hochstift Freising, an die Rauten der Grafen von Bogen bzw. Wittelsbacher, an die Frau-von-Uta-Sage, an den Truderinger Hüll und an den Truderinger Wald enthält (links).


Quellen & Links

Cover 2

Die Geschichte Truderings bis 1972 ist umfassend in der 1972 erschienenen "Truderinger Chronik" von Josef Brückl (1922 - 1987) dargestellt. Dieses Buch ist vergriffen, aber in der Stadtbücherei Waldtrudering erhältlich.

Seit November 2000 gibt es ein neues Stadtteilbuch "Trudering - Waldtrudering - Riem", das in kompakter Form die gesamte Geschichte Truderings und Riems bis zu den Anfängen der Messestadt Riem darstellt.

Die Autoren dieses neuen Stadtteilbuches gehören dem Arbeitskreis Stadtteilgeschichte an, der regelmäßig Stadtteilführungen und Ausstellungen veranstaltet.

Karl Willibald (Hrsg): Trudering - Waldtrudering - Riem - Münchens ferner Osten (2001) 2. Auflage 2003 Volkverlag München.
Brückl Josef: 1200 Jahre Trudering (1972) Erschienen im Verlag Emil Biehl & Söhne
Gebhard, Alto: Schlaglichter aus Truderings Geschichte in: München-Trudering-Riem, WEKA-Verlag, 1991

Tabelle

Wann ? Was ?
1.Jahrtausend v.Chr. Erste Besiedelungen in der Hallstadtzeit (Gräberfunde ab 1937)
772 n.Chr. Erste urkundliche Erwähnung (Hiltuprantsche Schenkung)
Ca.1802 Erste Ansiedlung evangelischer Bauern im Münchner Osten
1871 Eröffnung der Bahnline München - Rosenheim [Luftbild]
1897 Eröffnung des Vorortbahn-Verkehrs (Hp Gronsdorf) wegen des starken Ausflugsverkehrs
um 1905 Erste Ansiedlungen in Waldtrudering
08.03.1906 Der Münchner Metzgermeister Sebastian Neumeyer tauft in der Gaststätte "Phantasie" [Bild] nach der Verbriefung des von ihm erworbenen Grundes in der Gemeinde Trudering mit einigen Freunden die Kolonie Waldtrudering und gründet einen Obst- und Bienenzuchtverein Waldtrudering.
1922 Bau des 32m hohen Wasserturms in Waldtrudering
1927 Elektrifizierung der Bahnlinie München-Ost - Rosenheim
1930 Eröffnung der Waldschule in Waldtrudering (Architekt Max Berthold - Baumeister Hans Schatz)
21. Sept. 1930 Weihe der Ev.-luth. Friedenskirche
1931 Bau der sog. "Kriegersiedlung" in Kirchtrudering (entlang des Leonhardiwegs)
1.04.1932 Eingemeindung Truderings nach München
12.11.1933 Weihe der Kirche Christi Himmelfahrt
01.01.1937 Eingemeindung Riems nach München
1938 Eröffnung der Turnerschule (ehemalige "Ostmark"-Schule
1939 Eröffnung der Forellenschule (ehemalige "Memeler"-Schule
Geschichte der Forellenschule
Sept.1940 Jahrhundert-Hochwasser in Kirchtrudering (Hüll-Graben)
9. August 1942 Die jüdische Künstlerin Ilse von Twardowski nimmt sich nach Erhalt des Deportationsbefehls in Waldtrudering das Leben (-> Wikipedia
8. März 1943 Acht Mitglieder der Familie Schneck werden Opfer der NS-Verfolgung von Sinti und Roma, nur ein Mitglied überlebt. (-> www.muenchen.de/Erinnerungszeichen
13. Juni 1944 Pfarrhof von St.Peter-und-Paul wird durch eine Luftmine völlig zerstört - 29 Tote sind zu beklagen
06.02.1958 Absturz eines Flugzeuges mit der Mannschaft von Manchester United an Bord
1950 Ansiedlung von Deutschen aus der Batschka
1972 Große 1200 Jahrfeier
01.05.1972 Eröffnung der S-Bahnline 4 nach Ebersberg
04.05.1973 Der Truderinger Musikverein e. V. wird auf Initiative von Alois Weichmann im Gasthof Obermaier gegründet. Schon
10.07.1976 Freigabe der neu gebauten Bahnüberführung am Schmuckerweg. Kirchtrudering und Straßtrudering werden durch eine Brücke verbunden.
12.07.1984 Eine Hagelkatastrophe richtet auf den Dächern der Truderinger Häuser schwerste Schäden an. Gewächshäuer und Freilandkulturen werden völlig zerstört, Autos zerbeult.
17.05.1992 Ende des Flugbetriebs in München-Riem
20.09.1994 Tunneleinbruch beim U-Bahnbau am Bahnhof Trudering (Wikipedia)
12.Feb.1998 Eröffnung der Neuen Messe München
29.5.1999 Eröffnung der U-Bahnlinie 2 Ost zur Messestadt [www.muenchnerubahn.de/netz/u2/]
21.11.2000 Vorstellung des neuen Stadtteilbuches
19.09.2003 Grundsteinlegung des Truderinger Kulturzentrums
18.03.2005 Eröffnung des Kulturzentrums Trudering [Bildarchiv]
28.04.2005 Eröffnung der BUGA'05
04.05.2005 Einweihung des ökumenischen Kirchenzentrums (St.Florian und Sophienkirche)
09.10.2005 Ende der BUGA'05
10.09.2006 Eucharistiefeier mit Papst Benedikt XVI. in Riem (...mehr)
2009 Projektstart "Aktive Zentren Trudering" (...mehr)
12.09.2013 Eröffnung des Gymnasiums Trudering (...mehr)
24.04.2015 Enweihung des neuen Gemeindehauses der Friedenskirche (...mehr)
09.10.2020 Enweihung des Erinnerungszeichen an Elisabeth Baerlein (...mehr)

Quellen